Robert Schumann in Zwickau

Das sächsische Zwickau ist die Geburtsstadt des Komponisten

Robert Schumann (1810-1856) - Tatjana Alisch
Robert Schumann (1810-1856) - Tatjana Alisch
2010 feiert die Geburtsstadt des großen Romantikers Robert Schumanns 200. Geburtstag.

Gleich mehrere deutsche Städte planen 2010 anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten ein Robert Schumann-Jahr. Zu ihnen gehört auch Zwickau, die Geburtsstadt des Komponisten.

Die Familie Schumann in Zwickau

Robert Schumann stammte aus einer angesehenen und wohlhabenden Familie in Zwickau. Sein Vater August Schumann (1773-1826) war Buchhändler und Verleger und stammte aus der thüringischen Gemeinde Endschütz. Zunächst war er als Romanautor und Übersetzer englischer Literatur tätig, bevor er 1807 zusammen mit seinem Bruder die Verlagsbuchhandlung „Gebrüder Schumann“ in Zwickau gründete. Besonders die Förderung der Allgemeinbildung lag ihm am Herzen, und so waren Taschenbuchausgaben von Klassikern aus aller Welt fester Bestandteil in ihrem Verlagsprogramm. August Schumanns bedeutendstes Werk war jedoch das „Vollständige Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen“ in 18 Bänden. Seine Frau Christine galt, obwohl sie selbst kein Instrument spielte, als äußerst musikalisch.

Robert Schumanns Kindheit und Jugend

Am 8. Juni 1810 wurde Robert Schumann in Zwickau geboren. Er erhielt mit sieben Jahren den ersten Klavierunterricht und zeigte neben seiner großen Begabung für Musik auch großes Interesse an der Literatur. 1820-28 besuchte er das städtische Lyzeum, wo er Unterricht in Latein, Altgriechisch und Französisch erhielt und als großes Sprachtalent galt. Neben der Schule begann er zu schreiben, Gedichte, Tagebuch, Aufsätze, aber auch selbstkritische Texte. Mit elf Jahren gründete er einen eigenen literarischen Verein und ein Schulorchester und hielt ab 1823 „musikalische Abendunterhaltungen“ im Hause seiner Eltern ab.

Seine Eltern förderten die Begabungen ihres Sohnes, so gut sie konnten, doch 1826 starb August Schumann. Auf Wunsch seines Vormundes entschied sich Robert Schumann 1828 für ein Jurastudium und ging dafür nach Leipzig, wo er schon bald im Hause seines Klavierlehrers Franz Wieck dessen Tochter Clara, seine spätere Frau kennenlernte.

Robert Schumanns Leben und Werk

Für das Jurastudium brachte Robert Schumann jedoch kaum Interesse auf, vielmehr faszinierten ihn in Leipzig das hohe Niveau und die Vielfalt der musikalischen Aufführungen. 1829 ging er für ein Jahr nach Heidelberg und versuchte sich dort noch einmal auf das Jurastudium zu konzentrieren, doch vergeblich. Reisen nach Italien, in die Schweiz und an den Rhein folgten, dann kehrte er nach Leipzig zurück, um dort seine Studien bei Friedrich Wieck wieder aufzunehmen. Als ihn 1832 eine Fingerlähmung zwang, seine Hoffnungen auf eine Pianistenkarriere aufzugeben, begann er seine kompositorischen Ambitionen zu vertiefen.

Von 1835 an verband Robert Schumann mit Clara Wieck, die inzwischen zu einer berühmten Pianistin herangereift war, eine tiefe Liebe. Als ihr Vater dies entdeckte, versuchte er jeden Kontakt zwischen den beiden zu verhindern. Erst 1840 gelang es ihnen, durch einen Gerichtsbeschluss ihre Hochzeit zu erzwingen.

Seine musikalische Laufbahn führte Robert Schumann in der Folgezeit nach Dresden und später nach Düsseldorf, dazwischen begleitete er seine Frau, mit der er acht Kinder hatte, auf ihren Konzertreisen. 1856 starb er in geistiger Umnachtung nach einem zweijährigen Klinikaufenthalt in Endenich bei Bonn.

Er hinterließ ein umfangreiches Repertoire an Klavierwerken, Kammermusik und Liedern, aber auch eine Oper („Genoveva“), drei Konzerte und vier Symphonien.

Das Robert-Schumann-Haus in Zwickau

Robert Schumanns Geburtshaus liegt direkt am Zwickauer Marktplatz im Herzen der Stadt. Dort befindet sich außer dem international renommierten Robert-Schumann-Museum, das sich auch ausführlich dem Leben und Werk seiner Frau Clara widmet, ein Konzertsaal für 140 Personen und das Archiv und Forschungszentrum mit der weltweit größten Robert-Schumann-Sammlung mit mehr als 4000 Originalhandschriften Robert Schumanns und seiner Frau. Außerdem ist es Sitz der Robert-Schumann-Gesellschaft.

In den acht Museumsräumen sind Dokumente, Gemälde und Möbel ausgestellt, die die verschiedenen Stationen des Komponisten von seiner Jugendzeit in Zwickau bis hin zu seinen letzten Jahren in Düsseldorf und Bonn dokumentieren. Der letzte Raum des Ausstellungsrundgangs ist Robert Schumanns Geburtszimmer mit Möbeln, Büchern und Instrumenten aus dem Besitz von ihm und seiner Frau. Die Porträts und Büsten seiner großen Vorbilder Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Ludwig van Beethoven befinden sich noch immer an den Stellen, an denen sie Schumann selbst platziert hatte. In den Ausstellungsräumen befinden sich auch zahlreiche historische Instrumente, auf denen Robert und Clara Schumann selbst gespielt haben.

Das Robert-Schumann-Haus in Zwickau befindet sich am Hauptmarkt 5, Tel. 0375/21 52 69. Öffnungszeiten: Di-Fr. 10-17 Uhr, Sa. und So. 13-17 Uhr, Mo. geschlossen. Allgemeine Schließtage sind Karfreitag, Heiligabend und Silvester. An Feiertagen wird wegen Sonderregelungen eine telefonische Nachfrage empfohlen. Das Robert-Schumann-Haus ist barrierefrei und behindertengerecht eingerichtet. Der Eintritt beträgt 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder und andere Ermäßigungsberechtigte.

Das Robert-Schumann-Denkmal

Auf dem Hauptmarkt steht auch das Robert-Schumann-Denkmal von Johannes Hartmann, des Enkels von Ernst Rietschel, von dem das Relief des Komponisten an seinem Geburtshaus stammt. 1901 war das Denkmal, das ganz aus Spendengeldern in Höhe von 35.000 Mark finanziert worden war, bereits auf dem Hauptmarkt aufgestellt und in Gegenwart der Schumann-Töchter Marie, Elise und Eugenie mit einem großen Festakt eingeweiht worden. Dreimal wurde es seitdem versetzt: 1938 auf den Regierungsplatz, den heutigen Robert-Schumann-Platz, und 1947 in die Schwanenteichanlagen. Erst 1993 kehrte es auf Antrag der Robert-Schumann-Gesellschaft an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Dem besonderen Andenken an Robert Schumann und seine Frau widmen sich auch das Robert Schumann-Konservatorium, das alle zwei Jahre den „Kleinen Schumann-Wettbewerb für junge Pianisten“ ausschreibt, und das Clara-Wieck-Gymnasium, eines der drei musischen Gymnasien im Freistaat Sachsen.

Das Schumannjahr 2010 in Zwickau

Das kulturelle Jahr in Zwickau steht ganz im Zeichen des 200. Geburtstages seines berühmten Sohnes. Mehr als 80 verschiedene Veranstaltungen werden sich über das ganze Jahr hinweg mit Robert Schumann, seinem Werk, seinem Umfeld und seinem Leben beschäftigen.

Bereits am 1. Januar 2010 wurde im Robert-Schumann-Haus die Ausstellung „Aus literarischem Hause – Der Buchverlag Gebrüder Schumann“ über Schumanns Vater eröffnet. Das gesamte Klavierwerk des Komponisten wird 2010 in Zwickau erklingen. Liederabende, Kammerkonzerte, Musikwettbewerbe, Ausstellungen, sogar ein Kinderfasching im Robert-Schumann-Haus und viele andere Aktivitäten wollen dann im Laufe des Jahres die ganze Stadt an den Feierlichkeiten um den großen Romantiker teilhaben lassen. Den Höhepunkt im Jubiläumsjahr bilden aber zweifellos das große Schumannfest 2010 vom 4. bis zum 12. Juni, die beiden Aufführungen seiner Oper „Genoveva“ (4. und 13.6.) im Gewandhaus und der Festakt am 8.Juni, dem Geburtstag des Komponisten, mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim, der 2005 den Schumann-Preis der Stadt Zwickau erhalten hatte.

Tatjana Alisch - Bereits während meines Studiums in den Bereichen Musik, Geschichte und Sprachen erhielt ich die Gelegenheit, für einen ...

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